Persönlichkeits(entwicklungs)störungen im Kindes- und Jugendalter

Termin

27.09.2027

Unterrichtseinheiten: 8

Veranstaltungsort

Akademie de La Tour - Haus Philippus
Martin-Luther-Straße 13
9560 Feldkirchen

Anmeldeschluss

12. September 2027

Im stationären und ambulanten Bereich sehen wir regelmäßig Kinder und Jugendliche, die aufgrund chronisch diffuser und/oder bindungstraumatischer Belastungen komplexe und fluktuierende Problemkonstellationen entwickelt haben. Diese entsprechen weitestgehend den in der ICD-11 beschriebenen Kriterien einer Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Muster.

Klinisch manifestieren sich diese strukturellen Beeinträchtigungen in selbst- oder fremdverletzenden Verhaltensweisen, suizidalen Krisen und Suizidversuchen, Essproblemen, Promiskuität, Substanzmittelmissbrauch, heftiger Wut, einem chronischen Gefühl innerer Leere und erheblichen zwischenmenschlichen Problemen.

Im Seminar werden aktuelle Verständnismodelle für die Entstehung dieser Beeinträchtigungen (wie die Auswirkungen früher Traumatisierungen auf die Bindungsentwicklung, Mentalisierungsfähigkeit, Affektkontrolle und Stressverarbeitung) vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vermittlung kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlungszugänge und ausgewählter Interventionsmöglichkeiten. Zudem werden konkrete Vorgehensweisen bei Selbst- und Fremdgefährdung und ausgewählte Therapieprogramme zur Verbesserung der Emotionsregulation und Beziehungsfähigkeit erarbeitet.

Inhalte

  • Einführung in entwicklungspsychologische, neuropsychologische und bindungsorientierte Grundlagen zum Verständnis von Persönlichkeits(entwicklungs)störungen im Kindes- und Jugendalter
  • Diagnostische und differentialdiagnostische Abgrenzungen zur komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung nach der ICD-11 und anderen relevanten Beeinträchtigungen (Impulskontrollstörungen, Verhaltensstörungen, sog. Adoleszenzkrisen)
  • Weiterführende kinder- und jugendpsychiatrische Behandlungszugänge und manualisierte Therapieprogramme (DBT-A, MBT-A, …)
  • Interventionen bei Selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen

Ziele

  • Vermittlung der diagnostischen Kriterien dieses Störungsbildes und differentialdiagnostischer Abgrenzungen nach ICD-11
  • Erarbeitung praxisorientierter Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungszugänge für die Arbeit mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen

Zielgruppe

Interessierte Kolleginnen und Kollegen, die ambulant oder (teil-)stationär im kinder- und jugendpsychologischen/-psychiatrischen Bereich oder im Jugendhilfebereich betreuend und/oder behandelnd tätig sind

Arbeitsweise

Praxisorientierter Zugang, Grundlagenvermittlung anhand konkreter Fallbeschreibungen, Einsatz videodokumentierter Behandlungsausschnitte

Seminarzeiten

Tag 1
09:00 - 17:00 Uhr

Ihr:e Referent:in

Dipl.-Psych. Thomas Kämpfer
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Fortbildungskatalog 2026
Das aktuelle Kursbuch