Sekundärtraumatisierungen und Traumatisierungen im pflegerischen Alltag
Prävention, kollegiale Ersthilfe und Selbstfürsorge
Eine Sekundärtraumatisierung ist eine Form der posttraumatischen Belastungsstörung, die z.B. bei Angehörigen helfender Berufe auftreten kann, welche mit dem Erleben, den Erinnerungen und Erzählungen von Traumapatient:innen konfrontiert sind. Obwohl Fachleute Hilfe und Trost bieten möchten, erleben sie beim sekundären Stress „ohnmächtig“ mit, dass neurobiologische und emotionale Folgen bei dem/der Patient:in weiter anhalten.
Bis zu 26 % der Angehörigen helfender Berufe können im Verlauf ihrer Tätigkeit an sekundärem traumatischen Stress erkranken. Werden primärer und sekundärer traumatischer Stress nicht erkannt oder bleiben unbehandelt, können sie zu einer Mitgefühlserschöpfung (compassion fatigue) und letztendlich zum Burnout führen, so dass Fachkräfte ihren Arbeitsplatz dauerhaft verlassen oder aus dem Beruf aussteigen.
Mitarbeitende brauchen Präventionsmaßnahmen. Im Erlebensfall profitieren sie von guter Selbstfürsorge sowie der organisierten, kollegialen Ersthilfe an ihrem Arbeitsplatz. Dies sind Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Schutzes für Mitarbeitende.
Inhalte
- Krise, Trauma, Sekundärtraumatisierung, posttraumat. Verbitterungsstörung
- Merkmale und Folgen der Sekundärtraumatisierung
- Selbsthilfe (Don’ts and Do’s)
- Interventionen der kollegialen Ersthilfe zur Stressverarbeitung (Don’ts and Do’s)
- Mental Health First Aid (MHFA)
- Nachbesprechungs-Varianten
Ziele
- Merkmale einer Sekundärtraumatisierung
- Maßnahmen, die nach traumatischen Vorfällen die Arbeitsfähigkeit der betroffenen Mitarbeitenden langfristig erhalten können
- Vorteile kollegialer Ersthilfe
Zielgruppe
Mitarbeitende psychiatrischer und psychosomatischer Behandlungen, Stations- und Pflegedienstleitungen
Arbeitsweise
Vortrag, Diskussion, Kleingruppenarbeit, Übungen
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