Zwischen Kontrolle und Kontrollverlust: Essstörungen über die Lebensspanne

Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung und Orthorexie erkennen, verstehen und professionell begleiten
Termin

22.03.2027

Unterrichtseinheiten: 8

Veranstaltungsort

Akademie de La Tour - Haus Philippus
Martin-Luther-Straße 13
9560 Feldkirchen

Anmeldeschluss

07. März 2027

Diese Fortbildung ist im Sinne der vom Ministerium geforderten Fort- und Weiterbildung von Klinischen und Gesundheitspsycholog:innen laut Psychologengesetz 2014 Abschnitt 4 § 33 (1) und von Psychotherapeut:innen laut Psychotherapeutengesetz § 12 leg.cit! anrechenbar.

Essstörungen können in unterschiedlichen Lebensphasen auftreten und zeigen sich je nach Alter, Entwicklungsstand und psychosozialem Kontext in sehr unterschiedlicher Weise. Sie gehören zu den psychischen Erkrankungen, die sowohl für Betroffene als auch für ihr Umfeld mit erheblichen Belastungen verbunden sein können. Gleichzeitig werden problematische Ess- und Körperbildveränderungen häufig erst spät erkannt.

Das eintägige Seminar vermittelt einen praxisorientierten Überblick über die wichtigsten Essstörungsbilder und deren Erscheinungsformen über die Lebensspanne. Im Mittelpunkt stehen Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung und Orthorexie. Dabei werden sowohl diagnostische und psychologische Aspekte als auch entwicklungsbezogene und pädagogische Perspektiven berücksichtigt.

Neben der Vermittlung aktueller fachlicher Grundlagen geht es insbesondere darum, Warnsignale frühzeitig zu erkennen, Essstörungen differenziert einzuordnen und im professionellen Kontext angemessen zu reagieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie sich Essstörungen im Kindes- und Jugendalter, im Erwachsenenalter sowie im höheren Lebensalter darstellen können und welche Besonderheiten sich daraus für die professionelle Arbeit ergeben.

Inhalte

  • Grundlagen und aktuelle Modelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen
  • Anorexie, Bulimie und Binge-Eating-Störung: Symptomatik, Diagnostik und typische Verläufe
  • Orthorektisches Essverhalten: zwischen gesundheitsbewusster Ernährung und problematischer Fixierung
  • Essstörungen über die Lebensspanne: Besonderheiten in Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und höherem Lebensalter
  • Körperbild, Selbstwert, Perfektionismus und soziale Einflussfaktoren
  • Früherkennung und relevante Warnsignale
  • Komorbiditäten und psychische Begleiterkrankungen
  • Risikofaktoren und Schutzfaktoren
  • Gesprächsführung mit Betroffenen und Angehörigen
  • Pädagogische und psychologische Handlungsmöglichkeiten
  • Grenzen der eigenen Rolle sowie Indikationen für Weitervermittlung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Praxisnahe Fallbeispiele und Reflexion der eigenen beruflichen Handlungsmöglichkeiten

Ziele

  • zentrale Essstörungsbilder erkennen und voneinander unterscheiden,
  • typische Warnsignale und Risikofaktoren einschätzen,
  • alters- und entwicklungsbezogene Besonderheiten berücksichtigen,
  • problematisches Essverhalten von klinisch relevanten Essstörungen abgrenzen,
  • Gespräche über Essverhalten, Körperbild und psychische Belastungen sensibel führen,
  • ihre eigene professionelle Rolle und deren Grenzen reflektieren,
  • angemessene nächste Schritte und Möglichkeiten der Weitervermittlung einschätzen

Zielgruppe

Psycholog:innen, Pädagog:innen sowie Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen und beratenden Arbeitsfeldern.

Arbeitsweise

Das Seminar verbindet fachlichen Input, praxisnahe Fallbeispiele und gemeinsame Reflexion. Ziel ist es, Sicherheit im Erkennen und Ansprechen von Essstörungen zu fördern und den Teilnehmenden konkrete Handlungsmöglichkeiten für ihren beruflichen Alltag mitzugeben.

Seminarzeiten

Tag 1
09:00 - 17:00 Uhr

Ihr:e Referent:in

Mag.a Verena Schiretz-Ortner
Klinische-und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin für Systemische Familientherapie
Fortbildungskatalog 2026
Das aktuelle Kursbuch