Sex-positivity, Queer-positivity, Kink-positivity
14.12.2027
Unterrichtseinheiten: 8
ONLINE
28. November 2027
Diese Fortbildung ist im Sinne der vom Ministerium geforderten Fort- und Weiterbildung von Klinischen und Gesundheitspsycholog:innen laut Psychologengesetz 2014 Abschnitt 4 § 33 (1) und von Psychotherapeut:innen laut Psychotherapeutengesetz § 12 leg.cit! anrechenbar.
Vorstellungen von Sexualität, Beziehungen und Intimität verändern sich, zugleich wird sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt gesellschaftlich zunehmend sichtbar. Begriffe wie Sex-Positivity, LGBTQIA+, Polyamorie oder Kink sind damit auch im beruflichen Alltag von Menschen angekommen, die in psychosozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Arbeitsfeldern tätig sind und erfordern eine professionelle Haltung gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten. Konzepte, Modelle und Begrifflichkeiten haben sich dabei in den vergangenen Jahren erheblich verändert und unterliegen auch weiterhin einem dynamischen kulturellen, gesellschaftlichen und sprachlichen Wandel.
Das Seminar beschäftigt sich mit einer sex-positiven Haltung gegenüber vielfältigen Lebensrealitäten jenseits heteronormativer Vorstellungen von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechterrollen. Alternative Beziehungsmodelle, die von der monogamen Paarbeziehung abweichen, werden ebenso thematisiert wie nicht-konventionelle sexuelle Interessen, Ausdrucksformen und Präferenzen im Kontext von Kink und BDSM.
Im Zentrum steht ein grundlegender Paradigmenwechsel der aktuellen Sexualwissenschaft: Historisch normative, pathologisierende und stigmatisierende Bewertungen sexueller Ausdrucksformen werden zunehmend durch eine Orientierung an sexueller Selbstbestimmung, Einwilligungsfähigkeit und Konsens ersetzt.
Das Verständnis von Konsens selbst hat sich dabei ebenfalls gewandelt. Spätestens seit der weltweiten #MeToo-Bewegung wird intensiv darüber diskutiert, was eine wirksame Einwilligung zu sexuellen Handlungen voraussetzt, wie Einwilligung kommuniziert wird und welche Bedeutung Machtverhältnisse, Grenzen und die Möglichkeit zum Widerruf von Zustimmung haben.
Das Seminar verbindet aktuelle sexualwissenschaftliche Einordnung mit der Reflexion eigener Normvorstellungen und ihrer Bedeutung für die professionelle Praxis.
Inhalte
- Sex-Positivity als sexualwissenschaftliches Konzept und professionelle Haltung
- Sexuelle Orientierung, geschlechtliche Vielfalt und aktuelle LGBTQIA+ Begrifflichkeiten
- Kink und BDSM: nicht-konventionelle sexuelle Interessen, Ausdrucksformen und Praktiken
- Alternative Beziehungsmodelle, konsensuelle Nicht-Monogamie und Polyamorie
- Konsens und sexuelle Einwilligung im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen und #MeToo
Ziele
- Aktuelle Konzepte und Begrifflichkeiten der Sexualwissenschaft verstehen und fachlich einordnen können
- Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt differenziert und wertfrei erfassen können
- Alternative Beziehungs- und Sexualitätsmodelle in ihren psychologischen, sozialen und kulturellen Kontexten verstehen können
- Aktuelle Konzepte von Konsens und ihre gesellschaftliche Entwicklung nachvollziehen können
- Eigene sexuelle Normvorstellungen und Bewertungsprozesse reflektieren
- Sicherheit im professionellen Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Lebensrealitäten entwickeln
Zielgruppe
Fachkräfte aus Psychologie, Psychotherapie, psychosozialer Beratung, Pädagogik, Sozialarbeit, Medizin und Pflege sowie weitere Berufsgruppen, die in ihrer beruflichen Tätigkeit mit Fragen zu Sexualität, Beziehung, Intimität sowie sexueller und geschlechtlicher Vielfalt konfrontiert sind.
Arbeitsweise
Die Online-Teilnahme erfordert eine Computerausstattung mit Video- und Mikrofonfunktion und eine stabile Internetverbindung.
Seminarzeiten
Ihr:e Referent:in
Martin-Luther-Straße 13
9560 Feldkirchen