Verweigerung und grenzüberschreitendes Verhalten

Verweigerung und grenzüberschreitende Verhaltensweisen gehören inzwischen in beinahe allen sozialen Bereichen zum pädagogischen Alltagsgeschäft. Im Umgang mit diesen Verhaltensweisen entstehen häufig besonders herausfordernde Situationen, die sowohl auf Seiten der Klienten*innen als auch der Helfer*innen zu Rat- und Hilflosigkeit sowie Überforderung führen können.

Auf der Suche nach einem adäquaten Lösungsrezept wird dann häufig die Erfahrung gemacht, dass altbewährte pädagogische Interventionen nicht zu einer Beruhigung der Situation führen, sondern die Helfer*innen immer wieder an fachliche und persönliche Grenzen stoßen, die eine weitere Eskalation im Umgang mit den Klienten*innen verursachen.

Verweigerung und grenzüberschreitende Verhaltensweisen sind oft Ausdruck von emotionaler Not oder unerfüllten Bedürfnissen, die von den Klienten*innen dann nur noch in Form von Aggression, Grenzüberschreitung oder latent aggressiver Passivität kanalisiert werden können. Anstelle von allgemeingültigen Rezepten werden in dem zweitägigen Seminar auf Grundlage der emotionalen Entwicklungsstufen und neuropsychologischer Erkenntnisse Verstehens- und Herangehensweisen erarbeitet. Diese helfen, verweigerndes und grenzüberschreitendes Verhalten zu entschlüsseln, und ermöglichen das Ableiten und Entwickeln individueller Interventionsmuster. Anhand von Fallbeispielen der Teilnehmer*innen werden derartige Verstehens- und Herangehensweisen erprobt und geübt.

Inhalte

  • Definition der Begrifflichkeiten
  • Ki Balance Conflictmanagement und DEKIM Konzept
  • Biografische Erkenntnisse im Rahmen der Anamnese und Angehörigenarbeit
  • Stressphysiologie und psychoneurologische Grundlagen von Verhaltensmustern
  • Selbstmanagement in Anspannungssituationen
  • Emotionales Entwicklungsstufenmodel (A. Dosèn) und Störungen der emotionalen Entwicklung
  • Bindungsstörungen aus neurophysiologischer Perspektive

Ziele

  • Verweigerung und grenzüberschreitendes Verhalten verstehen lernen
  • Haltung und Selbstmanagement in der akuten Krise
  • Erstellen von Krisenplänen
  • Kommunikation in der Krise
  • Entwicklung individueller Interventionsmuster und Krisenprävention

Zielgruppe

Mitarbeiter*innen im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Intelligenzminderung (Kinder- u. Jugendbereich und Erwachsenenbereich)

Arbeitsweise

PowerPoint Vortrag, Videoanalysen (aus bereits erstelltem und erworbenem Filmmaterial), Kleingruppenarbeit, praktische Übungen, Plenumsdiskussion

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