NICHT SEHEN – und jetzt?

Haltung wahrnehmen in der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

„Tun wir alles, um Unrecht zu verhindern, schauen wir hin, schweigen wir nicht, wenn Unrecht geschieht,
nehmen wir unsere Verantwortung wahr, hinterfragen wir, was wir tun und wem es dient – jede und jeder auf seinem Platz, seien wir wachsam.  Wenn uns Kinder anvertraut sind, denken wir daran, dass es an uns liegt, sie ein wichtiges Stück ihres Lebensweges zu begleiten – das wird ihnen in Erinnerung bleiben, im Guten wie im Schlechten!“ (A. Liebhauser)

Seit 2013 können sich Personen, die in ihrer Kindheit und Jugend in Einrichtungen des Landes Kärnten von Gewalt betroffen waren, an die Opferschutzstelle des Landes Kärnten wenden. Die unvorstellbaren und unfassbaren Berichte etlicher Betroffener über ihre Erfahrungen im ehemaligen Landesjugendheim Rosental, in Pflegefamilien und nicht zuletzt bei Dr. Wurst und Mitarbeitenden in der Heilpädagogischen Abteilung des LKH Klagenfurt haben letztlich zu einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Kärnten von 1945 bis 2000 „Im Namen von Wissenschaft und Kindeswohl“ (U.Loch u.a. ) sowie der berührenden Produktion „NICHT SEHEN“ am Stadttheater Klagenfurt im Frühjahr 2022 geführt.

Im Seminar soll über die Ergebnisse der Forschung, die Hintergründe dieser äußerst problematischen Ära und die Empfehlungen für eine gelingende Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien, die die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitssystems brauchen, berichtet und diskutiert werden.

Teilnehmer:innen des Seminars sollen in ihrer fachlich-kompetenten Haltung gestärkt werden, ihnen anvertraute Kinder und Jugendliche bestmöglich zu begleiten. Haben Sie sich schon gefragt: Was kann ich tun, wenn Kolleginnen/Kollegen diese Haltung nicht haben? Wie erlebe ich meine Rolle in meinem Arbeitsumfeld? Kann ich es in meinem Betrieb ansprechen, wenn das Kindeswohl zu kurz kommt? Traue ich mich, über gemeinsame Fehler zu sprechen? Eine wesentliche Erkenntnis aus der Aufarbeitung zeigt, dass wir nur gemeinsam suboptimales, unfachliches bzw. unrechtes Handeln verändert können.

Zielgruppe

Sozialpädagoginnen/-pädagogen und Mitarbeiter:innen in Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten sowie darüber hinaus am Thema Interessierte

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