Interprofessioneller Palliative Care Basislehrgang

Palliative Care steht für das Bemühen, die individuelle Lebensqualität der Patienten*innen mit einer unheilbaren, chronischen Erkrankung, sowie von hochbetagten, pflegebedürftigen und sterbenden Menschen wiederherzustellen bzw. zu fördern. Mit umfassenden interdisziplinären Maßnahmen wird versucht, ein Leben in Selbstbestimmung und Würde bis zuletzt zu ermöglichen. Dazu gehören eine sehr gute Schmerztherapie, die Kontrolle von beeinträchtigenden Symptomen, sowie die kompetente Wahrnehmung von psychologischen, sozialen und spirituellen Fragen. Voraussetzung für eine gute Hospizkultur und Palliativversorgung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Dieser interprofessionelle Lehrgang schafft dafür eine solide Grundlage, indem er den Beteiligten im interdisziplinären Lehren und Lernen eine Erweiterung ihrer Perspektiven ermöglicht und sich vor allem an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert.

Dimensionen von Palliative Care:

  • Physische Dimension (Schmerz: Wahrnehmung, Verarbeitung, Assessment, Symptomkontrolle, usw.)
  • Psychosoziale und spirituelle Dimension (Krankheit/Sterben/Tod, Kommunikation in schwierigen Situationen, Coping und Trauer, Trauer-Rituale, Psychosoziale Krisenintervention, Begleitung von Angehörigen, Kinder und Tod, usw.)
  • Sozial-kommunikative Dimension (Psychohygiene und Burnout-Prophylaxe, usw.) 

 

Handlungsfeld Palliative Care:

  • Rechtliche Grundlagen (Vorausschauende Planung)
  • Ethische Grundlagen (Definition von Ethik und Moral) usw.
  • Kulturell-religiöse Dimensionen
  • Praktikum (40 Stunden)
  • Freie Themen (Musik-, Ergo-, Physiotherapie, usw.)

 

Organisations- und Qualitätsentwicklung:

  • Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung (Einführung, Grundlagen, Entwicklung, Ehrenamt, usw.)
  • Interprofessionelle Teamarbeit (Soziale Arbeit, Mobiles Palliativteam) 
  • Qualitätsentwicklung (Leitlinien, usw.) 

 

Selbstmanagement:

  • Selbst- und Praxisreflexion (E-Portfolio)
  • Lebensgeschichte im beruflichen Kontext von Palliative Care

 

Strukturen und Organisationsformen:

  • Einführung in wissenschaftliches Arbeiten
  • Literaturstudium
  • Projektarbeit

 

Wissenschaftlich medizinische Leitung:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc

Lehrgangsleitung:
MMag. Barbara Traar
Dr.scient.med. Petra Sumnitsch, MSc, M.A., DGKP

LEISTUNGSNACHWEIS bzw. PRÜFUNGSMODALITÄTEN:

  • Anwesenheit und aktive Mitarbeit während des gesamten Lehrgangs
  • E-Portfolio (selbstständige flexible und zeitunabhängige Dokumentation und Sammlung von Protokollen, Lerntagebuch, bearbeiteten Aufgabenstellungen, Praktikumsberichten und individuellen Reflexionen der Lernfortschritte)
  • Dokumentation und Präsentation der Projektarbeit
  • Praktikumsbestätigung und Praktikumsreflexion


ABSCHLUSS:

Wir erwarten eine durchgehende Anwesenheit der Teilnehmenden im Kurs sowie die Bereitschaft zu interdisziplinärem Lernen und die Erstellung einer Projektarbeit im je eigenen beruflichen Kontext. Sie erhalten ein Lehrgangszertifikat.

 LEHRGANGSANERKENNUNG:

  • Der erfolgreiche Abschluss diese Basislehrgangs in Palliative Care (Stufe 1) befähigt zum Weiterstudium (30 ECTS Punkte) im Rahmen der universitären Masterstudiengänge an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. 
  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Pflegefachassistenten*innen und Pflegeassistenten*innen können mit erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs um Anerkennung als „Palliativpflege“ im Sinne einer Spezialisierung in Hospiz- und Palliativversorgung Level I fakultativer Kompetenzvertiefung ohne Befugniserweiterung nach GuKG §22b ansuchen. 
  • Anerkannte Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß § 33 Psychologengesetz 2013 vom Berufsverband Österreichischer Psychologen*innen (BÖP) mit 67 Einheiten
  • ÖÄK-Diplom: Ärzte*innen können mit erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs das ÖÄKDiplom Palliativmedizin beantragen. Anrechenbar für das DFP-Diplom: 92 Fachpunkte, 68 freie Punkte
  • Ärzte*innen und Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen erfüllen nach Abschluss des Lehrgangs die Anstellungserfordernisse für Palliativ- und Hospizeinrichtungen

 

ANMELDUNG:

Die Teilnehmer*innenanzahl des Lehrgangs ist begrenzt und aufgrund der Inhalte wird auf eine interprofessionelle Zusammensetzung der Gruppe geachtet. Für Interessierte aus allen Pflegeberufen stehen 2/3 der Lehrgangsplätze zur Verfügung. Eingehende Anmeldungen werden daher nach Professionen, aktuellem Tätigkeitsfeld und Anmeldedatum gereiht. Die Unterlagen können gerne per Mail an office@akademie-delatour.at gesendet werden.

Über die Aufnahme in den Lehrgang entscheidet die Lehrgangsleitung.

Persönliche Unterlagen:

  • Vollständig ausgefülltes Anmeldeformular
  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf mit Angaben zu Geburtsdatum und -ort, Adresse, Telefonnummer, Email-Adresse
  • Foto für die Teilnehmer*innenliste 
  • Informationen zur Rechnungsadresse mit dem Hinweis, ob diese privat oder an den Arbeitgeber ausgestellt werden soll.


Verpflichtender Einführungstag: 

22. Jänner 2021 von 09:00 – 16:30 Uhr im Festsaal der Diakonie de La Tour Harbach, Harbacher Str. 70, 9020 Klagenfurt

IN KOOPERATION MIT:

Ziele

  • Im Palliativ-Basislehrgang werden wir mit den Teilnehmenden die interdisziplinäre Praxis und Theorie von Palliative Care – Palliativmedizin in ihren Grundlagen – unter Berücksichtigung medizinischer, pflegerischer, psychosozialer, spiritueller, ethischer und juristischer Aspekte erarbeiten. Neben dem Fachwissen sollen Grundlagen bewusst gemacht und persönliche Erfahrungen der Teilnehmer*innen reflektiert werden.

Zielgruppe

Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, die direkt oder indirekt mit sterbenden und schwer kranken Menschen und ihren Bezugspersonen arbeiten: Ärzte*innen, Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz, Psychologen*innen, Therapeuten*innen, Sozialarbeiter*innen, Seelsorger*innen, Pädagogen*innen in einschlägigen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Verwaltungs- und Leitungspersonen u.a. Aber auch ehrenamtlich Tätige mit ausreichend einschlägiger Erfahrung.

Arbeitsweise

Ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Pflege, Therapie, Seelsorge und Sozialarbeit strebt einen ganzheitlichen Zugang zum Thema sowie eine kontinuierliche Präsenz der einzelnen Fachperspektiven während des gesamten Lehrgangs an. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen bzw. Berufsrollen in Palliative Care zu reflektieren. Die erfahrenen Referent*innen vermitteln fachspezifisches Wissen über Palliative Care und die Umsetzung in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitssystems. Es ist ein Praktikum von mindestens 40 Stunden in einer spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtung unter fachkompetenter Anleitung zu absolvieren. Die Erfahrungen werden anschließend schriftlich reflektiert.

Downloads

Lehrgangsinformation IPBL 2021, 334kB
Anmeldeformular, 106kB

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