Gutes Aufwachsen für Kinder in binuklearen Familie

(Pflege– /Adoptivfamilien, Fremdunterbringung) Praxis der lösungsorientierten Arbeit

Kinder kommen aus sehr unterschiedlichen Gründen in die Situation, nicht in häuslicher Gemeinschaft mit ihrer leiblichen Familie aufzuwachsen, sondern im Heim, in Pflege- oder Adoptivfamilien. Immer jedoch ist dies mit einer frühen Trennungserfahrung verbunden, häufig im Vorfeld dessen noch mit einer massiven (Entwicklung)belastung oder Gefährdung. Fortan leben die Kinder in einem bi-nuklearen Bezugs- oder Familiensystem, wie diese Konstellation aus der systemischen Perspektive genannt wird.

Sie sind also zwei Bezugsystemen zugehörig, die im günstigsten Fall kooperieren, nicht selten aber auch konkurrieren oder konfligieren. Stets aber sind die Kinder das Bindeglied zwischen einerseits ihrer (evtl. auch abwesenden) leiblichen Familie, ihren Eltern und (evtl.) Geschwistern und andererseits ihrem alltäglichen sozialen Lebensraum (Adoptiv-/Pflegeeltern / -Geschwister), was neue, gute Bindungen, aber auch Unsicherheiten und Risiken mit sich bringen kann. So drohen etwa – bei Konflikten der Erwachsenen – massive Loyalitätskonflikte, Bindungsunsicherheit, Kontaktabbrüche und Identitätsstörungen. Unter diesen Umständen und Begleiterscheinungen ihrer besonderen Biografie ist es für die Kinder nicht leicht, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und ihren Weg ins Leben zu finden.

Im Seminar werden die systemischen Perspektiven dieser binukleare Familiensysteme und der privaten wie professionellen Beteiligten eröffnet. Die relevanten Aspekte für eine gelingende Hilfegestaltung, harmonisierte und von wechselseitiger Wertschätzung getragene Bezugssysteme sind ebenso Thema wie die Vermeidung von Konflikteskalationen und Kontaktabbrüchen. Auch die Befriedigung und Stabilisierung dieser komplizierten, aber zur Kindeswohlsicherung erforderlichen Lebenskonstellation stellt hohe Anforderungen an die involvierten Fachkräfte. Neben den theoretischen Hintergründen werden auch konkrete Gestaltungs- sowie Beratungsoptionen aufgezeigt.

Inhalte

  • systemischen Perspektiven binukleare Familiensysteme
  • relevanten Aspekte für eine gelingende Hilfegestaltung
  • harmonisierte und von wechselseitiger Wertschätzung getragene Bezugssysteme
  • Vermeidung von Konflikteskalationen und Kontaktabbrüchen
  • konkrete Gestaltungs- sowie Beratungsoptionen

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Jugendhilfe, Kinderschutz und Familienrecht, Erzieher:innen, Familiengerichtshelfer:innen, Sozialarbeiter:innen

Arbeitsweise

Vortrag, Diskussion, Gruppenarbeit

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