Geistige Beeinträchtigung und Sucht

Suchterkrankung und die Grenzen der Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung

Zu den Suchterkrankungen im weiteren Sinne gehören nicht nur Alkoholismus und Drogenabhängigkeit, sondern auch Medikamenten-, Spiel-, Arbeits-, Esssucht usw. Auch Menschen mit geistiger Behinderung sind davon betroffen. Die Sucht hat nie eine einzige Ursache, sondern entsteht aus einem vielschichtigen Ursachengefüge in einem komplexen Prozess. Meistens spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: die Persönlichkeit des Betroffenen, das soziale Umfeld und die „Droge“ selbst.

Der Wunsch nach Entlastung in einer schwierigen Situation wird mit der „Droge“ befriedigt, die Dosis wird gesteigert, Kontrollverlust führt zu Schuldgefühlen. Die Sucht überlagert die alten Probleme und schafft die neuen. Die Umgebung ist oft in das Suchtsystem eingebunden und erhält dieses, ohne es zu wissen, mit aufrecht. Die Bewältigung ist trotzdem möglich und besteht in der Entwicklung der alternativen Verhaltensweisen. Der Schwerpunkt ist der sichere und wertschätzende Umgang mit Betroffenen, ohne deren aktive Mitarbeit keine Erfolge zu erzielen sind.

Die Selbstbestimmung beinhaltet auch die Selbstverantwortung und Selbstorganisation. Je weniger der Mensch diese Fertigkeiten beherrscht (z.B. nie gelernt oder durch Krankheit verloren hat), desto mehr gewinnt die Vorgabe der vernünftigen Rahmenbedingungen an Bedeutung.

Inhalte

  • Sucht und Suchtursachen / Abhängigkeitserkrankungen
  • Rauscherlebnisse und Risikoverhalten
  • Sucht und geistige Beeinträchtigung
  • Co-Verhalten in der betreuenden Praxis
  • Exkurs: Motivierende Gesprächsführung
  • Beratungsansätze bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
  • Praxisorientierte Materialien und Methoden

Ziele

  • Kennenlernen von verschiedenen Abhängigkeitserkrankungen.
  • Verstehen von Suchtursachen und Bedingungen der Aufrechterhaltung.
  • Korrelation zwischen Sucht und geistiger Beeinträchtigung.
  • Einführung in Grundelementen der Motivierenden Gesprächsführung.
  • Methodische und praxisorientierte Materialien verwenden können.
  • Reflexion der eigenen Haltung im Hinblick auf Sucht und deren Bearbeitung in beruflichen Kontext.

Zielgruppe

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Arbeitsweise

Vortrag, Kleingruppenarbeit, Plenum

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