Bindung und Trauma

Als London im Rahmen des V2-Angriffs 1940-1944 in Schutt und Asche gelegt wurde, entschieden sich viel Eltern, ihre Kinder aufs Land in Sicherheit zu Bauernfamilien zu schicken. Die Kinder wurden mit Schildern um den Hals in den Zug gesetzt. In einer Zeit ohne Mobiltelefone, ja nicht einmal einem Telefon pro Dorf bedeutete das eine Trennung auf unbestimmte Zeit - sofern die Eltern überlebten. Als John Bolwby nach dem Krieg die Auswirkung von Trennungserfahrungen auf Kinder untersuchte, entdeckte er, dass jene Kinder, die aufs Land geschickt worden waren, um dort in physischer Sicherheit zu sein, schwerer traumatisiert waren, als jene, die mit ihren Eltern im Bombenschutzkeller gewesen waren. Bolwby entwickelte die Idee eines hormonellen Gummibands, das mit zunehmender Trennung sich stärker anzog und nannte dieses Gummiband: Bindung (attachment). Bindung sei etwas, das Säugetiere bei Gefahr aktivieren.

Somit steht die Bindungstheorie von Anfang an in direkter Nähe zur Traumatheorie, auch wenn es bis in die 2010er Jahre dauerte, den Begriff des Bindungstraumas zu entwickeln.

Welche Auswirkungen hat Bindungstrauma? Wie entsteht es und - können wir es heilen? Und wenn ja: wie?

Inhalte

  • Bindung und Bindungstypen
  • Bindungstests
  • Trauma
  • Bindungstrauma erkennen
  • Symptome bindungstraumatisierter Menschen
  • die Entwicklung bindungstraumatisierter Menschen im Lebensverlauf
  • Bindungstraumata heilen
  • Ego-States und FireFighter

Ziele

  • Teilnehmer*innen des Seminars
  • können Bindungstraumata erkennen und wissen um dessen Auswirkungen
  • kennen die grundlegenden Prinzipien zur Heilung von Bindungstraumata
  • können Settings entwerfen, in denen Bindungstraumata heilen können

Zielgruppe

Angehörige der Heil- und Beratungsberufe, wie Ärzte*innen, Psychologen*innen, Psychotherapeuten*innen, Heilpraktiker*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten*innen, Sozial- und Heilpädagogen*innen, Seelsorger*innen, Erzieher*innen

Arbeitsweise

Vortrag, Fallbeispiele

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