Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser

Maximilian Moser

Human Research Institut, Weiz

Institut für Physiologie, Medizinische Universität Graz

 

Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser ist Gründer und war Leiter des 1999 gegründeten medizinischen Bereichs von Joanneum Research, aus dem 2010 das Human Research Institut in Weiz, wurde, das er heute leitet. Nach dem Studium der Biologie und Medizin in Graz habilitierte er sich 1991 am Physiologischen Institut an der heutigen Medizinischen Universität Graz für Physiologie.

 

Forschungsprojekte:

Prävention im Weltraum

1988-2000 leitete Moser ein Forschungsprojekt, in dem Schlaf und Herzbefinden eines österreichischen und mehrerer russischer Kosmonauten in der Raumstation MIR medizinisch untersucht wurden, um den Gesundheitszustand der Kosmonauten zu erforschen und zu überwachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt arbeiteten Moser und sein Team intensiv an neuen Methoden der Chronodiagnostik, um damit die cardio-vegetative Regulation der Kosmonauten aus Messungen des Elektrokardiogramms und der daraus berechneten Herzrhythmusflexibilität bestimmen zu können.

 

Methoden zur Messung der cardio-vegetativen Gesundheit

Frucht dieses Unternehmens waren Messmethoden und -geräte, die heute in diversen Projekten der Umwelt- und Präventionsmedizin sowie in der Regenerations- und Stressforschung, aber auch in onkologischen Fragestellungen zur Beobachtung von Schlafqualität und Erholungsverlauf bei Krebspatienten eingesetzt werden. Das „ChronoCardiogramm“ stellt die Zeitstruktur des menschlichen Tagesablaufs dar, das „ChronoCord“ ist ein miniaturisiertes Messgerät der kardiovegetativen Regulation und Herzgesundheit.

 

Chronobiologie und Chronomedizin und ihre Bedeutung für die Gesundheit

Gemeinsam mit dem Marburger Chronobiologen Gunther Hildebrandt, einem der Gründer dieser Disziplin, verfasste Moser das einzige deutschsprachige Lehrbuch der "Chronobiologie und Chronomedizin", erschienen 1998 und 2013. Russische und japanische Übersetzung des Buches erschienen 2006 in renommierten Verlagen. Ein Zeitschriftenband unter seiner Herausgeberschaft zum Thema „Cancer and Rhythm“ über den Zusammenhang von Nacht- und Schichtarbeit mit einer beträchtlichen Erhöhung der Brustkrebsrate erschien in der Zeitschrift „Cancer Causes Control“ des Harvard Center for Cancer Prevention im Jahre 2006 und führte 2007 zur Anerkennung von Schichtarbeit als „wahrscheinlich cancerogen“ durch die WHO sowie zur Aufnahme der Schichtarbeit in die Schwerarbeitsverordnung der österreichischen Bundesregierung.

 

Psychotherapie

Eine intensive Beschäftigung mit verschiedenen Methoden der Psychotherapie (Bioenergetik, Gestalttherapie) und Kunsttherapie (Eurythmie, Sprachgestaltung) fand in den Jahren 1980 bis 2000 statt und führte zu Forschungstätigkeit auf diesen Gebieten. Gemeinsam mit dem derzeitigen Leiter der Siegmund-Freud-Klinik in Graz, Univ. Prof. DDr. Michael Lehofer arbeitete Moser an Forschungsprojekten mit den Universitätskliniken für Psychiatrie in Graz und Freiburg, in denen in einem Mehrebenansatz die psycho-sozio-vegetative Situation von depressiven, ängstlichen und psychotischen PatientInnen erforscht wurde.

 

Betriebliche und schulische Gesundheitsförderung

Moser hat zahlreiche Projekte der betrieblichen und schulischen Gesundheitsförderung initiiert, geleitet und mitgestaltet. Interventionsprogramme seines Instituts verminderten, auch in der Replikation, Unfälle und Krankenstände (Baufit), verminderten die Herzfrequenz während der Arbeit und im Schlaf (Pflegefit, Schule ohne Stress) und erhöhten den cardioprotektiven Vagustonus (Pflegefit, Schulsupport). Sie bewirkten in der Regel positive Veränderungen in der psychischen Situation der Teilnehmer, indem sie Angst minderten, das Selbstvertrauen verstärkten und soziale Kontakte erhöhten.

 

Derzeit arbeitet Prof. Moser neben seiner Tätigkeit in verschiedenen Projekten der Gesundheitsforschung am Aufbau von Gesundheitszentren der Tessera Ena, um völlig neue, evidenzbasierte Ansätze der Gesundheitsmessung und –förderung auf Basis biologischer Rhythmen zu entwickeln.